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Gehirnjogging für Kunstfreunde
Das Präraffaeliten-Rätsel
Yvonne hatte gerade ihr Kunststudium hinter sich gebracht und arbeitet
nun bei einem großen Aktionshaus. Zu ihrem Entsetzen wurden gleich
bei der ersten Versteigerung 8 Präraffaeliten an den "Mann" gebracht.
Sie hatte mit dieser Art von Kunst nie viel anfangen können und sich
deshalb auch nie dafür interessiert.
Doch während ihre Chefs nun den Verkaufserfolg feierten, saß
sie im Büro und sollte die Sendungen fertig machen. Dabei hatte sie
keine Ahnung von wem die Bilder waren und wohin sie geschickt werden sollten.
Wenn sie ihren Job behalten wollte, würde sie sich anstrengen müssen.
Und so kramte sie ihre mageren Notizen und das, was ihr Chef zurückgelassen
hatte, zusammen und versuchte Bilder, Käufer und Adressen zu ordnen.
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Nr.1
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Nr.2
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Nr.3
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Nr.4
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Nr.5
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Nr.6
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Nr.7
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Nr.8
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Da waren erst einmal die Käufer, die ihren schlimmsten Vorurteilen
entsprachen: der russische Gasbaron Schmieroff, der italienische Medienzar
Bertoluschi, der amerikanische Ölmagnat Shelling, der japanische Großindustrielle
Yamakuzi, der saudische Ölscheich Ben-Zien, der mexikanische Don Putavisa,
und der deutsche Baron von Tutundtatnix.
Und dann waren da noch die Bilder, die allerdings lediglich von 1-8
nummeriert waren. Es gab zwar eine Liste der Künstler: William-Adolphe
Bouguereau, John Collier, Jean Joseph Benjamin Constant, Sir Frank Bernard
Dicksee, John William Godward (von dem gab es gleich 2 Bilder), Edwin Longsden
Long und Evelyn De Morgan.
Yvonne untersuchte die Bilder auf Signaturen. Die waren selten. Aber
immerhin konnte sie Bild 1 Evelyn De Morgan zuordnen und Bild 7 Edwin Longsden
Long.
Es gab auch eine Liste mit Adressen: 2 verschiedene in Marbella, St.
Moritz, Miami, Acapulco, Tokyo, Monaco. Aber auch das nützte wenig,
denn diese Superreichen hatten ja ihre Villen überall in der Welt.
Lediglich der Japaner wollte sein Bild tatsächlich in Tokyo haben,
und der deutsche Baron residierte, wie alle Welt wusste, in Miami. Er hatte
als einziger 2 Bilder ersteigert, die also nach Miami mussten, wenn Yvonne
herausfinden konnte, um welche es sich denn handelte. Zum Glück fand
Yvonne noch eine Visitenkarte des Ölscheichs, die ihr verriet, dass
dieser anscheinend in Marbella wohnte.
Es gab auch eine Fotokopie von den Schecks, aber auch die waren fast
alle von irgendwelchen Sekretären und Assistentinnen unterzeichnet
oder unlesbar. Lediglich der dickste Scheck über 400.000$ stammte
eindeutig von Baron von Tutundtatnix. Erbezahlte damit zwei Bilder. Yvonne
erinnerte sich, dass es natürlich zwei der Nackten waren. Tutundtatnix
hatte damit anscheinend kompensieren müssen, dass er das teuerste
Bild der Auktion – natürlich ebenfalls eine Nackte – nicht bekommen
hatte. Das hatte ihm der Ölscheich vorher für 280.000$ weggeschnappt.
Die Summen der Schecks waren zumindest lesbar: 65.000$, 75.000$, 80.000$,
90.000$, 120.000$, 280.000$, 400.000$. Allerdings konnte sie
nur den Scheck über 80.000$ dem russischen Gasbaron Schmiernoff zuordnen.
Zudem war er als einziger von einer Bank in Monaco. Das hieß das
Bild des Russen, das man nur noch finden musste, ging also an die Adresse
in Monaco.
Das billigste Bild ging ihrer Erinnerung nach an den Italiener. Sie
hatte noch gedacht, viel Theater aber wenig Kohle. Das bedeutete also,
der Scheck über 65.000$ war von Bertoluschi.
In den Unterlagen fand sie noch eine Notiz ihres Chefs: "Der Collier
geht mit Privatkurier nach Acapulco, und der Dicksee wird von Herrn Bertoluschis
Chauffeur abgeholt und nach St. Moritz gebracht".
Auf einem andren Zettel hatte er sich noch noetiert: "Constant für
75 Riesen!!!" etwas weiter darunter stand "und Collier für 90!!!"
Das hieß wohl, der Collier war später als der Constant verkauft
worden.
Das reichte natürlich alles nicht. Yvonne versuchte sich an die
Auktion und die Käufer zu erinnern. Da fiel ihr ein, dass der Amerikaner
eine Frau mit rotem Kleid gekauft hatte. Sie hatte von der Unterhaltung
mitbekommen, dass das Rot angeblich so gut zum Interieur seines Salons
passe. Aber in rot gab es mindestens drei.
Der Mexikaner war der letzte Kunde gewesen. Was er gekauft hatte? Keine
Ahnung!
Sie musste also ihren Sachverstand als Kunsthistorikerin benutzen. Es
gab 2 Bilder von John William Godward, und Godward stand auf Haut, das
hatte sie noch irgendwie im Kopf. Da Bild 1 und 7 nicht von Godward stammten,
und wenn man die bekleideten ausschloss,. blieben nur noch die Bilder:
2, 4 und 8. Man musste kein großer Kunsthistoriker zu sein, um zu
sehen, dass Bild 2 von einem anderen Künstler war.
Sie füllte ihre Liste, aber vieles blieb unklar. Wer hatte wann
gekauft. Wie gesagt, der Mexikaner als Letzter. Aber was sonst noch? Der
Japaner war auf jeden Fall vor Bertoluschi dran gewesen. Sonst fiel ihr
nichts mehr ein, aber das sollte eigentlich reichen.
Wenn Sie Hilfe brauchen, finden Sie vielleicht hier ein paar Hinweise:
Historienmalerei
Akademische Malerei
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